Morgen, am 06.11.2007 wird in verschiedenen deutschen Grossstädten wieder unter dem Motto ‘Freiheit statt Angst’ gegen die Vorratsdatenspeicherung demonstriert. Selbst Spammer sind mittlerweile laut Gulli mit von der Partie.
In spamgerechter Stückzahl gibt es somit Texte wie
‘Mail zur Rettung der Freiheit und Demokratie gegen den Verfolgungswahn‘
oder
‘Achtung, nur noch 6 Tage bis zur Abstimmung im Deutschen Bundestag!
Noch 60 Tage bis zur totalen Protokollierung der Telekommunikation…
Die Demokratie ist in Gefahr!‘
sowie Links zu vorratsdatenspeicherung.de.
Dass gerade eine solche Gruppe von Leuten sich an dieser Aktion beteiligt, ist insofern erwähnenswert, da sie selbst eigentlich gar nicht betroffen ist. Deren Botnetze befinden in aller Regel bekanntlich im Ausland (und damit ist sicherlich nicht England oder Österreich gemeint).
Bisher sind offiziell 41 Städte beteiligt (Liste). Kernzeiten sollen zwischen 17 und 19 Uhr sein. In Frankfurt z.B. sind Leute wie Bettina ‘Twister’ Winsemann (AK VDS), Martin Grauduszus (Freie Ärzteschaft), Werner Lohl (Berufsverband Deutscher Psychologen), Nicole Hornung (Piratenpartei) und Angelika Wahl (attac) als Redner vertreten.
Alleine Gulli hat mit der ‘Schäuble-Ecke’ schon mehr als 11.000 Leute darauf hingewiesen (eigentlich schade, dass ich nicht einen solchen Streukreis habe
)
Also: Auf, auf zum Kampf! 
Ausgerechnet Grossbritannien -eines der Vorreiterländer, wenn es um das Ausleben Orwell’scher Theorien geht- schafft es nicht, die Vorratsdatenspeicherung umzusetzen.
Wie Gulli (wer sonst?) berichtet, wird die VDS dort jetzt zwar in nationales Recht umgesetzt, allerdings ausgenommen jeglicher Verkehrsdaten im Internetbereich. Dort hatte sich die ISPA (Internet Service Providers Association) dagegen gewehrt, obwohl ihnen Aufwandsentschädigungen angeboten wurden. Man könnte diese Umsetzung somit getrost als gescheitert betrachten.
Vielleicht ist es noch etwas zu früh, einen Kantersieg zu feiern. Gemessen an dem Widerstand, der sich in Deutschland immer breiter macht, darf jedoch gehofft werden, zumal die Verfassungsmässigkeit hier doch äusserst fraglich ist.
Wie Gulli heute berichtet, hat der Verkauf der Stasi 2.0 - Shirts dem Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung bisher mehr als 11.000 Euro gebracht, da mindestens 5 Euro pro Shirt an den AK gingen.
Der Verkaufsaktion der beliebten Shirts ist mittlerweile bei Spreadshirt eingestellt, wird aber z.Z. von dataloo weitergeführt, wobei auch hier 1 Euro pro Shirt dem AK gutgeschrieben werden. In Kürze wird der AK-Vorrat den Vertrieb der Shirts selbst übernehmen.
Wieso hab ich eigentlich keins? 
Was uns in Deutschland eventuell auch bald blüht, machen natürlich die USA vor: Breitbandnutzer werden nun pauschal durch das FBI überwacht. Nach den Berichten über Carnivore wird nun nicht mehr ‘nur’ der eMail-Verkehr überwacht, sondern auch jegliche HTTP, FTP, Telnet, Skype, ICQ, IRC, etc. Aktivität wird geloggt. Dieser Datenbestand steht dann dem FBI zur freien Verfügung. Ähnliches ist ja in Deutschland mit der sog. Vorratsdatenspeicherung geplant. Falls jemand aktiv etwas dagegen tun möchte, daß seine Privatsphäre mit Füßen getreten wird, kann er/sie das auf der entsprechenden Seite tun. In der Sidebar rechts befindet sich auch ein Banner, das auf die Seite verlinkt. Und falls jetzt jemand denkt, ich hätte nen Vertrag mit gulli.com (hier könnt ihr übrigens den ganzen Artikel nachlesen) - dem ist nicht so. Mich regt das Thema nur auf und gulli hat -mal wieder- zuerst drüber berichtet! Ich wünsch noch nen schönen Rest der Woche Sascha