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Schöner, neuer Ausweis für die schöne, neue Welt

Wenn es nach SPD-Mann Dieter Wiefelspütz geht, soll in Zukunft jeder Bürger ab 16 seine Fingerabdrücke für den Personalausweis abgeben. Es soll allerdings keine Zentraldatei geben, in der unbescholtene Bürger verzeichnet sind.

Er bezeichnet dies als “faszinierendes Modernisierungsprojekt” und “zeigemässen Personalausweis“, der “der Beste der Welt” sein werde. Zwar hält er das Ganze auch für “diskussionswürdig“, verweist aber auf Vorteile, wie das Erledigen von Meldeangelegenheiten vom heimischen PC aus.

Dem Tagesspiegel gegenüber wurde seitens der SPD geäussert: “Fingerabdrücke ja, Datei nein“. Auch einer der Kritiker, Klaus Uwe Benneter sagte, er möchte sicher sein, dass es keine technische Möglichkeit gibt, später eine Datei zu erstellen. Er könne sich ansonsten generell eine Verständigung auf ein solches Dokument vorstellen. Hans-Peter Uhl (CSU) wäre eine Speicherung bei der ausgebenden Behörde zwar lieber, aber bei der Haltung der SPD würde diese Forderung zurückgestellt.

2009 soll der Ausweis dann kommen, und zwar im Scheckkartenformat mit RFID-Chip. Zwei Fingerabdrücke und ein Digitalfoto sollen dort gespeichert werden. Mit einer PIN und einer digitalen Signatur soll er so evtl. auch für eine Authentifizierung beim Austausch mit Behörden über das Internet dienen. Dies soll dann z.B. den Kauf von Produkten erleichtern, bei denen ein Altersnachweis erbracht werden muss.

Quelle: Golem

Mein Kommentar:

Wieso muss ich mich in diesem Land (in dem ich nunmal geboren bin und lebe) eigentlich wie ein Schwerverbrecher behandeln und totalüberwachen lassen? Wieso muss ich mit einem RFID-Chip herumlaufen, der erwiesenermassen nicht sicher ist?

Ich frage mich auch, wie Herr Benneter die Möglichkeit einer späteren Dateierstellung ausschliessen will.

Was, wenn ich meine Fingerabdrücke nun einfach verweigere?

Wieder mal der Bundestrojaner

Während dem normalsterblichen Internet-User wohl ziemlich klar ist, auf welcher Seite er in dieser Debatte steht, sind sich Herr Schäuble und Frau Zypries da wohl nicht so ganz einig.

Wie Gulli heute berichtet, widersprechen sich die beiden Sympathieträger der deutschen Politik *hust*, wo sie nur können:

Frau Zypries behauptet fleissig, Schäuble würde den Gesetzentwurf nun auch ohne Online-Schnüffelei auf den Weg bringen wollen. Dieser hingegen sagt, es werde kein Gesetz ohne diesen Aspekt geben.

Mittlerweile haben aber offenbar etliche Securityfirmen angekündigt, dem generalverdächtigen Ottonormalcomputernutzer tatkräftig unter die Arme zu greifen. Grosse Hersteller wie Securstar, Kaspersky, GData und sogar Microsoft kündigen an, Malware ausnahmslos zu erkennen. Egal, von wem sie stammt.

Das lässt doch (zumindest) ein Wenig hoffen. Der Widerstand wächst, noch gilt unser Grundgesetz - noch ist unsere Freiheit nicht ganz verloren.

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