Okt 17 2007

Der Bundestrojaner kommt…

… zwar (noch) nicht in Deutschland, dafür aber in Österreich. Dort hat sich die Koalition (SPÖ/ÖVP) geeinigt und die rechtliche Seite wird nun abgesichert.

Bei Futurezone (ORF) kann man heute lesen: “Irgendwo im Berliner Regierungsviertel dürfte Mittwochfrüh eine ganz bestimmte Kinnlade sehr weit heruntergeklappt sein.”

Damit übernimmt Österreich jetzt die Vorreiterrolle in der EU. Der Pressesprecher der österreichischen Piraten sagte lt. Gulli dazu: “Die Einigung der Regierung zum Bundestrojaner ist skandalös. Solche Stasi-Methoden sind abzulehnen. Wir fordern Herrn Platter zum sofortigen Rücktritt auf.”

Allerdings hat die Regierung gar keinen Trojaner in Arbeit oder gar einsatzfähig. Der technische Aspekt wird nun erst von einer ‘Expertengruppe’ geklärt.

Kai Raven schreibt: “Fast könnte man meinen, die Innen- und Justizminister Deutschlands, Österreich und der Schweiz hätten sich bei ihren informellen Treffen auf ein arbeitsteiliges Vorgehen geeinigt: Einer übernimmt die frühzeitige gesetzliche Verankerung, auf die die anderen als Druckmittel in der öffentlichen Debatte verweisen können und drei Behörden testen technisch aus, was geht.”

Au weia…


Okt 16 2007

Filesharing im Allgemeinen und im Besonderen

Nachdem sich die Anwälte Rasch und Solmecke letzte Woche bei Günter Jauchs SternTV getroffen haben, geht es morgen (17.10., 22:15 Uhr, RTL) munter weiter. Dann sind nämlich in eben dieser RTL-Sendung wieder Christian Solmecke und diesmal der Staatsanwalt Jochen Wiedemann (Kernaussage: Keine Strafverfolgung weil Batelldelikte) aus Offenburg zu Gast.

Ebenfalls wird der Security-Fachmann Sebastian Schreiber anwesend sein. Dieser wird zusammen mit Solmecke im anschliessenden Live-Chat Fragen beantworten. Laut Gulli hat die Sendung letzte Woche für reichlich Feedback u.a. im Netz gesorgt. Was wohl nicht so für Begeisterung sorgte, war Solmeckes Vorschlag, prophylaktische Unterlassungserklärungen abzugeben, die vor hohen Abmahnkosten schützen sollen.

Ebenfalls für Filesharing ins Zeug legt sich die Piratenpartei, die für eine Lagalisierung des privaten Tauschs von urheberrechtlich geschützem Matrial eintritt. Diese veröffentlichte nun deutsch- und englischsprachige nfo-Files, um so Releaser/Uploader zu erreichen und diese damit zur Verteilung dieser Informationen auffordern.

Zwar liegen diese im txt-Format vor (vermutlich um eine grössere Leserschaft zu erreichen, nicht jeder weiss mit der Dateiendung nfo etwas anzufangen), jedoch klärt der Inhalt recht deutlich über die Ziele der Partei auf.


Okt 14 2007

Schon wieder dieses Wort

Geht’s euch auch so, dass es euch schüttelt, wenn ihr das Wort KILLERSPIELEhört?

Das Berliner Familienministerium hat laut Gamestar bestätigt, das Jugendschutzgesetz nun dahingehend zu ändern, dass ein Verkaufsverbot für Spiele und Filme an Jugendliche umgesetzt wird, die "besonders realistische, grausame und reisserische Gewaltdarstellungen und Tötungshandlungen" beinhalten.

Ausserdem soll solches Material zukünftig ein Label ‘Keine Jugendfreigabe‘ erhalten. Das Kabinett wird sich am Mittwoch mit diesem Thema auseinandersetzen.

Als ob das irgendeinen Unterschied machen würde… :irre:


Okt 9 2007

TV-Tipp

Morgen Abend, 22:15 Uhr bei SternTV sind die Rechtsanwälte Christian Solmecke und Clemens Rasch zu Gast. Es geht um das Thema Filesharing.

Rasch arbeitet im Auftrag der IFPI. Solmecke berichtet in seiner Filesharing-Abmahnungs-FAQ von über 40.000 Usern, die bereits von Raschs proMedia abgemahnt wurden.

Diese beiden treffen morgen nun bei RTL direkt aufeinander. Es darf mit heissen Kontroversen gerechnet werden.

Quelle: Gulli

Update: Schade, die ‘heissen Kontroversen’ sind ausgeblieben. Während Rasch redete und redete hat sich sein Kollege Solmecke imho etwas zu ruhig verhalten. Schade, ich hatte mir mehr davon versprochen!


Okt 9 2007

Schöner, neuer Ausweis für die schöne, neue Welt

Wenn es nach SPD-Mann Dieter Wiefelspütz geht, soll in Zukunft jeder Bürger ab 16 seine Fingerabdrücke für den Personalausweis abgeben. Es soll allerdings keine Zentraldatei geben, in der unbescholtene Bürger verzeichnet sind.

Er bezeichnet dies als “faszinierendes Modernisierungsprojekt” und “zeigemässen Personalausweis“, der “der Beste der Welt” sein werde. Zwar hält er das Ganze auch für “diskussionswürdig“, verweist aber auf Vorteile, wie das Erledigen von Meldeangelegenheiten vom heimischen PC aus.

Dem Tagesspiegel gegenüber wurde seitens der SPD geäussert: “Fingerabdrücke ja, Datei nein“. Auch einer der Kritiker, Klaus Uwe Benneter sagte, er möchte sicher sein, dass es keine technische Möglichkeit gibt, später eine Datei zu erstellen. Er könne sich ansonsten generell eine Verständigung auf ein solches Dokument vorstellen. Hans-Peter Uhl (CSU) wäre eine Speicherung bei der ausgebenden Behörde zwar lieber, aber bei der Haltung der SPD würde diese Forderung zurückgestellt.

2009 soll der Ausweis dann kommen, und zwar im Scheckkartenformat mit RFID-Chip. Zwei Fingerabdrücke und ein Digitalfoto sollen dort gespeichert werden. Mit einer PIN und einer digitalen Signatur soll er so evtl. auch für eine Authentifizierung beim Austausch mit Behörden über das Internet dienen. Dies soll dann z.B. den Kauf von Produkten erleichtern, bei denen ein Altersnachweis erbracht werden muss.

Quelle: Golem

Mein Kommentar:

Wieso muss ich mich in diesem Land (in dem ich nunmal geboren bin und lebe) eigentlich wie ein Schwerverbrecher behandeln und totalüberwachen lassen? Wieso muss ich mit einem RFID-Chip herumlaufen, der erwiesenermassen nicht sicher ist?

Ich frage mich auch, wie Herr Benneter die Möglichkeit einer späteren Dateierstellung ausschliessen will.

Was, wenn ich meine Fingerabdrücke nun einfach verweigere?


Okt 8 2007

NetCologne macht in Sachen Mobilfunk

Der Kölner Telekommunikationsanbieter NetCologne hat heute neben den erfolgreich etablierten Abteilungen Festnetz, DSL und Kabel-TV eine eigene Mobilfunksparte eingeführt. Zur Präsentation im KölnTurm (30. Stock) waren diverse Gäste geladen.

Bis Ende 2008 will man 25.000 Neukunden gewonnen haben. NetCologne wird hierbei nicht nur als Provider, sondern als MVNO (Mobile Virtual Network Operator) fungieren. Partner ist hierbei die ePlus Mobilfunk GmbH & Co. KG auf deren Infrastruktur zurückgegriffen wird.

Ab sofort gibt NC SIM-Karten aus (015776 + 5-stellige Rufnummer). Angeboten werden via Internet eigene Dienste (SMS, MMS, WAP), Tarife und Produktkombinationen. Freischaltungen erfolgen allerdings lt. Geschäftsführer Werner Hanf erst ab dem 20./21. Oktober.

Zum Beginn wird es 3 Endkunden-Pakete geben:

  • Doppel-Flat
  • Joker-Flat
  • Netmobil-Flat

Hierbei gilt:

  • 2 Mbit/Sekunde für 54,80 €
  • 6 Mbit/Sekunde für 59,80 €
  • 18 Mbit/Sekunde für 64,80 €

Die SIM-Karten sind UMTS-fähig. Sonderrufnummern und Auslandsgespräche sind nicht in der Flat enthalten. Im Laufe des Jahres sollen zusätzliche Angebote entwickelt werden, um mehr Kunden aus dem eigenen Netz mit günstigen Tarifen versorgen zu können.

Quelle: koeln-nachrichten.de

Meine Meinung : Ich war >10 Jahre lang Kunde bei NetCologne und eigentlich niemals unzufrieden.OK, der Umgang mit den Verbindungsdaten hat mir nicht sonderlich gefallen - aber das läuft ja kaum irgendwo zufriedenstellend ab. Alles in Allem:


Okt 6 2007

Teures Filesharing

In Amiland ist eine alleinerziehende Mutter (also nicht Britney Spears :confused: ) von einem Geschworenengericht zu einer 222.000US$-Geldstrafe für 24 Songs verurteilt worden.

Sie hatte 1.702 Tracks in ihrem KaZaa-Shared-Ordner - bei 24 davon konnte man ihr die Verbreitung nachweisen. Die Geldstrafe (9.250$/Track) wurde für das Anbieten -unabhängig davon, ob ein Download gegeben war- festgelegt.

Ihre IP sowie die MAC-Adresse ihrer Netzwerkkarte konnten eindeutig nachgewiesen werden. Ausserdem hatte sie ihre Hotmail-Adresse für KaZaa benutzt. Leichter kann man es der RIAA kaum machen.

Quelle: Gulli

Blödheit muss ja bekanntlich bestraft werden. Aber ob’s dann gleich 9.250 Dollars pro MP3, WMA oder was auch immer sein müssen?

Update: Die Betroffene, Jammie Thomas, will vermutlich gegen das Urteil Berufung einlegen. Über die Chancen ist man sich nicht einig.

Dafür spricht, dass die Summe von 9250 Dollar relativ absurd ist, weil ja nicht mal nachgewiesen wurde, ob die von ihr angebotenen Songs überhaupt runtergeladen wurden.

Dagegen spricht, dass das Anbieten zweifelsfrei per IP-Log nachgewiesen wurde. Ausserdem würden inkl. Gerichtskosten schnell mal 500.000 Dollar zusammenkommen (Frau Thomas verdient im Jahre ~36.000$). Die Berufung kostet zusätzlich.

Wer sich über Einzelheiten informieren oder Jammie Thomas unterstützen möchte, kann dies hier tun.


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