Der Storno-Schlüssel
Kennt ihr das?
Ich stand vorhin im Supermarkt an der Kasse. Ein Kumpel mit nem verletzten (und daher nicht sehr gut damit) Fuß bat mich, ihm doch schnell einen halben/ganzen/wasauchimmer Liter Rotwein zu holen, weil er ne Lammkeule einlegen möchte. Na klar. Alles mal fix gemacht – der Supermarkt ist ja direkt gegenüber.
Kasse: Vor mir ein paar Leute, von denen einer irgendein Problem mit dem Preis hatte, weil diese offenbar noch zum Weihnachtspreis ausgezeichnet, aber unterdessen anders im System abgerechnet war/wurde. So weit, so übel.
Jetzt kommt mein Problem: Die Frau an der Kasse nimmt ihren Telefonhörer (iss mir’n Rätsel, warum die für ne Raumfunkanlage Telefone benutzen – iss wahrscheinlich preiswerter) und ruft den Filialleiter oder seinen Stellvertreter aus, weil die ja den Stornoschlüssel haben. Okok… ich warte!
Irgendwann – natürlich nicht ohne Wartezeit von 3 Minuten – kommt jemand angelaufen, dreht an der Kasse wortlos den Schlüssel und geht wieder. Er stellt keine Fragen, warum irgenwas storniert werden muss, er macht das ganz selbstverständlich. No comment.
Da schiesst mir doch spontan ein Gedanke in den Kopf: Wozu ist so ein blöder Storno-Schlüssel eigentlich da, wenn er auf Abruf eh ohne Nachfrage eingesetzt wird. Dann kann ich doch auch gleich jedem Mitarbeiter einen solchen Schlüssel geben, oder noch besser – das gleich auf eine sogenannte Storno-Taste legen (an der man doch auch nachvollziehen kann, wer sie wann gedrückt hat, es wird doch eh alles überwacht).
Guckt euch doch so ne HighTech-Zentrale mal an:
Und dann müssen 20 Kunden warten, weil nur einer oder zwei Leute nen Storno-Schlüssel haben? Da stimmt doch organisatorisch was nicht, oder?
Wenn ihr (als Supermarktmitarbeiter oder warum auch immer) schlauer seid, klärt mich auf – ich bin dankbar dafür. Aber kommt mir nicht mit dem “Hemmschwellen-Argument”.
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28. Dezember 2009 um 20:12 Uhr
[...] This post was mentioned on Twitter by Sascha, Sascha. Sascha said: Neu im Blog: Der Storno-Schlüssel http://blog.planet-kristen.com/2009/12/28/der-storno-schluessel/ [...]
28. Dezember 2009 um 21:34 Uhr
Der EDEKA bei umme Ecke ist sogar so Hightech-dingens ausgerüstet, da hat die Kassiererin keine Kasse mehr, die sich öffnet. Scheine werden durch einen Schlitz eingezogen, Münzen von einem Laufband aufgenommen, beides gescannt und von dem Kassen-Computer berechnet. Rückgeld spuckt er in eine Schale aus. Storno hab ich da noch nicht erlebt, aber wenn, werde ich berichten wie das dann abläuft.
28. Dezember 2009 um 22:03 Uhr
Häää? Wer braucht denn da noch nen Menschen? Iss doch totale Kacke – iss ja wie'n Videoautomat oder Getränkeautomat oder, oder, oder…
Scheisswelt!
29. Dezember 2009 um 01:02 Uhr
Ich hab das mit den Stornoschlüsseln bisher auch noch nicht verstanden. Wenigstens kann ich mich glücklich schätzen, dass ich auf der Arbeit eine Storno Taste habe (ist wohl auch nach den Enter, Karte, Bar und Zahlentasten die wohl am häufigsten benutzte Kasse, was aber halt auch an den Kunden liegt die sich umentscheiden) und auch sonst eigentlich auf alle Funktionen des Kassensystems zugreifen kann (es scheint ja leider sogar Luxus zu sein auf die Kasse zuzugreifen wenn man gerade nichts verkauft, natürlich kann man die dann nicht offen lassen und sich dran bedienen wenn der Kunde weg ist … sowas wie Kassendifferenzen muss auch Niemand zahlen, wie kommt man denn darauf …). Falls was schief läuft sieht der Chef ja eh, wer es war …
29. Dezember 2009 um 01:22 Uhr
Das iss ja der Punkt. Jeder kann eh zu jeder Zeit navhvollziehen, wer wann was gemacht hat. Wozu also dieser blöde Storno-Schlüssel?
Ich glaub langsam, das dient nur dem Sebstwertgefühl des Chefs bzw. dessen Stellvertreter.
29. Dezember 2009 um 07:47 Uhr
Die Kassiererinnen beim EDEKA finden die neuen Kassen gut. Man müsse bei Schichtende keinen Kassensturz mehr machen und überhaupt gäbe es keine Unregelmäßigkeiten mehr.
Fällt mir noch ein, daß vor dem neuen EDEKA der Storno so ablief, daß eine Frau `Wichtig´ mit dem Schlüssel kam und dann aber noch den Fehlbon gegengezeichnet hat. Warum auch immer, so richtig einleuchtend ist das tatsächlich nicht.
6. Januar 2010 um 19:58 Uhr
Um Euch mal alle Aufzuklären:
Mit dem Storno-Schlüssel werden nicht nur einzelne Artikel aus der Kasse genommen, sondern auch komplette Bons.
Wenn Jeder Mitarbeiter so einen Schlüssel hätte, könnte er ja einfach ale seine Bons wieder Stornieren und das Geld der Kunden einfach einstecken.
Darum hatt nur der Marktleiter bzw Vertretung einen solchen Schlüssel zu haben.
In einigen Fällen haben auch die "Normalen" Kassierer einen solchen Schlüssel.
Dieses wird Normalerweise von der Firma NICHT Geduldet, sondern ist so, weil der Marktleiter keinen Plan hatt
Ich hoffe ich konnte das "Geheimniss" lüften.
LG
Stefan
7. Januar 2010 um 08:02 Uhr
Danke, @Stefan. Schön, dass jemand Licht ins Dunkel bringt!
1. April 2011 um 18:04 Uhr
Eine wesentlich bessere Lösung wäre es jedoch wenn jeder MA einen sog. X-S c h l ü s s e l bekommen würde, mit dem dann aus dem Aktuellen Bon ein SOFORT-Storno gemacht werden kann, dann könnte etwa der Kunde unterschreiben, und gut wäre es. Dies wäre jedoch ein finanziell sehr hoher Aufwand, weswegen das nicht durchgesetzt wird. Bei NETTO-Markendiscount wurde ja auf ein Windows (r) CE basiertes Kassensystem umgestellt, bei welchem Mitarbeiter unter Umständen selber ein SOFORT-STORNO machen können. Die obliegt jedoch der lokalen Marktleitung, welche dies frei entscheiden kann. Ansonsten wird dort etwa mit EAN-Codes gearbeitet, wobei in einer Filiale der Filialleiter einfach eine Kopie seines Dienstausweises erstellte, und sie denn Mitarbeitern gab, um Stornos zu machen.
Über den Storno-Schlüssel muss laut vorschrift etwa bei der Kaufhof Warenhaus AG der Abteilungsleiter oder ein Vertreter verfügen welcher selber nicht kassiert, damit so keine Täuschung begangen werden kann.